KI | Künstliche Intelligenz – Herausforderungen und Chancen für Schule und Hochschule

Spätestens seit der medienwirksamen Veröffentlichung von ChatGPT im November 2022 ist das Schul- und Hochschulwesen gefordert, eine zielführende Nutzung sowie eine Regulierung von Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu (mitzu-) entwickeln.

Die Pädagogische Hochschule Salzburg unterstützt (angehende) Lehrpersonen, Schulleitungen und Pädagog*innen in den Angeboten der Aus-, Fort- und Weiterbildung und bringt sich durch konzeptuelle und empirische Beiträge im Forschungsdiskurs und in öffentlichen Debatten ein.

Nutzung von KI Tools an der Hochschule

In Anlehnung an “rules for tools” (Spannagel, 2023)

1. Alle Tools sind prinzipiell erlaubt, außer die Aufgabenstellung sieht spezifische und begründete Einschränkungen vor.

Als Hochschule vermeiden wir pauschale Verbote von KI-Anwendungen, sondern ermöglichen eine (begleitete) Erprobung von KI-basierten Tools, um eine reflektierte Nutzung und eine zielführende Integration in der Umsetzung von Studien- und Arbeitsleistungen zu unterstützen. Wenn eine (uneingeschränkte) Nutzung von KI Tools den Kompetenzerwerb oder das Lernergebnis mindert, vereinbaren Lehrende mit den Studierenden spezifische Modalitäten für die Aufgabenstellung.

2. Alle Hilfsmittel werden transparent angegeben und die Nutzung dokumentiert.

Die allgemeinen Grundregeln des wissenschaftlichen Arbeitens sehen vor, dass in einer schriftlichen Ausarbeitung alle Hilfsmittel transparent dokumentiert werden: so auch die verwendete Software. Dies gilt sowohl für eine statistische Analyse als auch für die Recherche und Textgenerierung, die durch die Weiterentwicklung von KI-Tools von verschiedenen Softwarelösungen unterstützt werden. Je nach Format der schriftlichen Arbeit sind die verwendeten Tools im Methodenteil oder als eigenes Segment im Anhang anzuführen. Zur transparenten Dokumentation des Einsatzes von KI-Tools werden der Name und die Version der Software sowie der verwendete Prompt (Steuerungsbefehl) und das Datum der Nutzung ausgewiesen. Bspw.: ChatGPT 3.5, OpenAI; Schreibe mir eine Danksagung für meine Abschlussarbeit; Bitte gehe auf die Betreuerin und auf meine Eltern ein; 15.12.2023.

3. Die Nutzer*innen verantworten die Arbeitsergebnisse

Die Ergebnisse von KI-Tools können – genauso wie andere Quellen – Fehler enthalten oder ungenau formuliert bzw. inhaltlich nicht zutreffend sein. Die Nutzer*innen übernehmen Verantwortung für den gesamten Arbeitsprozess, bearbeiten KI-generierte Textentwürfe mit fachlicher und sprachlicher Expertise und stellen sicher, dass Arbeitsergebnisse wahrhaftig und korrekt sind. Bei Präsentationen von Arbeitsergebnissen und bei abschließenden Prüfungen fokussieren Lehrende und Prüfende gezielt auf Fragen zur Methoden- und Quellenkritik, zu inhaltlichen Zusammenhängen, zur Anwendung und zum Transfer für die Praxis etc., um die Eigenleistung treffender einschätzen zu können.

KI an der PHS – Version 1.0 | 27.12.2023 – Durch den rasanten Wandel von KI-Technologien werden die “rules for tools” gemeinsam mit Lehrenden und mit Studierenden laufend weiterentwickelt und für die jeweilige Aufgabenstellung passend konkretisiert.

Kontakt

VR Mag. Dr. Matteo Carmignola MBA

Vizerektor für Lehre an der Pädagogischen Hochschule Salzburg. Forschung- und Lehrtätigkeit zu den Schwerpunkten Motivation von Schüler*innen, Lehramtsstudierenden und Lehrpersonen; Implementation von Schulentwicklungsprojekten, Schulentwicklungsberatung und Leadership von Schulführungskräften.

matteo.carmignola@phsalzburg.at
Tel. +43 662 6388 1463