Salzburger Nachrichten 17.3. 2026

Radio Salzburg Mittagszeit am 13.3.2026
Myriam Burtscher von der PH Salzburg war am 13.3.2026 zu Gast in der Radio Salzburg Mittagszeit. Gemeinsam mit Birgit Heinrich von der Bildungsdirektion und Robert Klinglmair vom IQS (Institut des Bundes für Qualitätssicherung im österreichischen Schulwesen) diskutierte sie über die aktuellen Ergebnisse der IKM-Testungen:
https://salzburg.orf.at/player/20260313/SMZ1
Myriam Burtscher, Leiterin des Instituts für Fachdidaktiken und Fachwissenschaften an der PH Salzburg, hat am 13.3.2026 in der ORF-Sendung „Guten Morgen Salzburg“ ein Interview zum Thema „IKM-Tests sollen den Unterricht verbessern“ gegeben:
https://sound.orf.at/radio/sbg/beitrag/7819188/ikm-tests-sollen-unterricht-verbessern
Salzburg Heute am 10. März 2026:
Kompetenzmessung: Salzburgs Volksschüler über Bundesschnitt
Salzburgs Volksschulkinder sind überdurchschnittlich gut in Mathematik und Deutsch. Eine bundesweite Kompetenzmessung, die alle drei Jahre durchgeführt wird, kommt zu diesem Ergebnis.
https://on.orf.at/video/14314708/16052068/kompetenzmessung-salzburgs-volksschueler-ueber-bundesschnitt
PH-Expertin Adelheid Schreilechner zu Gast in der RTS-Sondersendung zum Thema
„Salzburg im Wandel: Antisemitismus unter Jugendlichen“:
https://www.rts-salzburg.at/clip/salzburg-im-wandel-antisemitismus-unter-jugendlichen/
Salzburger Nachrichten 10.02.2026

Journal Bildung 2026
Salzburger Nachrichten 16.02.2026

Journal Bildung 2026 download
Matteo Carmignola, Vizerektor der PH Salzburg, war am 6. Februar zu Gast in der Fernsehsendung ServusTV um 2.
Thema des Talks war “ Lehrplan-Entrümpelung – KI statt Latein?“
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Über Holocaust im Unterricht sprechen: „Weg vom Schockmoment“
SN 02.02.2026
Opferrolle, Verschwörungstheorien und Gaza-Konflikt: Eine neue Broschüre soll Lehrpersonen helfen, Antisemitismus im Unterricht zu erkennen und aufzuzeigen.
Simona Pinwinkler
Redakteurin Salzburg-Lokal
Meist seien es beiläufige Bemerkungen, Fragen, die das Gegenüber offenbar unreflektiert stelle. „Ich erlebe oft, wie wenig Wissen über das jüdische Leben vorhanden ist“, beschreibt die 23-jährige Studentin Rachel. Der 24-jährige Theo will sein Tattoo, einen Davidstern, lieber nicht mehr offen zur Schau stellen. Und Milli Segal, 71, erzählt von Beschimpfungen in der Kindheit wie „blöde Jüdin“. Zwei Ohrfeigen habe sie dafür vergeben. Heute würde sie verbal dagegenhalten. Seit dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 erlebe sie „blanken Judenhass“, wie sie schildert. Sie wünsche sich mehr Aufklärung. Und Dialog.
Ein Ort, an dem das geschehen soll – Dialog und Aufklärung zu Antisemitismus – ist das Klassenzimmer. Und dafür sollen Lehrpersonen künftig besser vorbereitet sein. Aus diesem Grund hat das OeAD-Programm ERINNERN:AT mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) und der Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig (PH) eine 53-seitige Handreichung für Antisemitismus im Schulalltag erarbeitet. Diese soll Lehrpersonen eine Orientierung bieten, um antisemitische Vorfälle zu erkennen, sie als solche zu benennen und auch entsprechend handeln zu können.
Gaza-Konflikt: „Einfache Erklärungen greifen zu kurz“
Wie zuletzt der Rechtsextremismusbericht des DÖW darlegte, steigen in Österreich Vorfälle mit rechtsextremen Straftaten seit der Eskalation im Gazastreifen im Oktober 2023 signifikant an. Gerade in Zeiten globaler Konflikte zeige sich, dass Vorurteile oder gar Gewalt gegen Jüdinnen und Juden nicht überwunden seien, sagt Adelheid Schreilechner, Historikerin und Professorin an der PH. „Antisemitismus ist eine Herausforderung der Gegenwart – und das auch an Schulen.“ In der Vergangenheit habe es in der Geschichtsdidaktik die Auffassung gegeben, dass es ausreiche, die historische Dimension von Antisemitismus zu erläutern. „In der Gegenwart überlagern sich aber die Perspektiven, verkürzte oder vermeintlich einfache Erklärungen greifen zu kurz.“
Es gebe antisemitische Aussagen von rechts wie von links, dazu die arabische Sichtweise – vor allem im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg. Schulklassen seien zudem heterogener zusammengesetzt als noch vor 20 Jahren. „Kinder und Jugendliche kommen mit Vorwissen, sogenannten Vorkonzepten, in den Unterricht, hier gilt es anzusetzen und die Schüler abzuholen“, sagt Schreilechner. „Dann gehen wir diese systematisch durch und leiten Fragen ab, die uns dann im Unterricht begleiten.“

Bild: SN/Simona Pinwinkler
Historikerin Adelheid Schreilechner und Vizerektor Matteo Carmignola (PH Salzburg) mit dem neuen Leitfaden zu „Antisemitismus“ im Schulunterricht.
Vorurteile hinterfragen: Woher habe ich meine Informationen?
Essenziell sei hierbei die Quellenkritik. Viele Vorurteile zum Judentum würden durch Inhalte auf Social Media verstärkt, beschreibt Schreilechner. Eine Möglichkeit sei, gemeinsam Fakten zu checken: „Die Schüler sollen sich fragen: Woher habe ich meine Informationen? Wie kommt es zu Videos und Memes, die sich der Stereotype etwa zum Judentum bedienen?“
Oftmals würden Jüdinnen und Juden im Unterricht lediglich in ihrer Opferrolle und im Zusammenhang mit der Shoa thematisiert werden. Daher solle über das Judentum auch in anderen Kontexten gesprochen werden um Stereotype, die wiederum den Antisemitismus nähren würden, nicht zu verfestigen. Schreilechner empfiehlt einen fächerübergreifenden Ansatz, etwa Antisemitismus in Arthur Schnitzlers „Lieutenant Gustl“ herausarbeiten, in Religion über den jüdischen Glauben sprechen, in Ethik über Diskriminierung, in Geografie über den Staat Israel. „So entsteht für die Lernenden ein vielschichtiges Bild zum Jüdischsein.“
Es ist eine Gratwanderung im Unterricht.
Adelheid Schreilechner, Historikerin
Blitzlichter auf Erfahrungen aus dem Geschichteunterricht in den vergangenen Jahrzehnten: Schwarz-Weiß-Bilder von Leichenbergen und ausgehungerten KZ-Überlebenden werden an die Wand des Klassenzimmers projiziert. Die Todeszahlen aus den KZ sollen auswendig gelernt werden. Und beim Schulbesuch in Mauthausen müssen Schülerinnen und Schüler in der Kälte ausharren, damit sie sich hineinversetzen können in das Schicksal der NS-Opfer.
Die Art der Betroffenheitsdidaktik sei in den vergangenen Jahrzehnten oftmals vorherrschend gewesen, beschreibt Schreilechner. „Das führt bei vielen Schülerinnen und Schülern aber zu Abwehr oder gar traumatischen Erlebnissen.“ Über das Grauen der systematischen Vernichtung von Jüdinnen und Juden im Unterricht zu sprechen, bezeichnet die Historikerin als Gratwanderung. „Die Verbrechen dürfen nicht verharmlost werden, aber doch versachlicht. Emotional belastend sind sie sowieso.“
Wann sind die Lernenden alt genug, um vom Holocaust zu erfahren? „Laut Lehrplan ist das Thema in der Sekundarstufe I in der vierten Klasse Unterstufe erstmals vorgesehen, das finde ich angemessen“, sagt Schreilechner. „Wenn schon zuvor Fragen kommen, sollen sie jedenfalls aufgegriffen werden. Bei ganz jungen Lernenden sind Geschichten von Widerstand oder dem Überleben mit Hilfe aus der Bevölkerung sinnvoll.““
Erzählungen von Zeitzeuginnen und Holocaust-Überlebenden seien wertvoll, sagt Schreilechner, die etwa 20 Jahre Geschichte und Deutsch unterrichtet hat. „Die Geschichte des Holocaust zeigt auf, wie ein Genozid geschieht. Das war nicht die Tat von Einzelpersonen, sondern eine ganze Gesellschaft war beteiligt.“ Die Gedenkstätte Mauthausen sei ein Ort, der symbolisch dafür stehe und didaktisch-analytisch aufbereitet worden sei. „Weg von der Schockerfahrung, hin zum Lernort.“
Antisemitismus soll nicht zum „heißen Eisen“ werden
Mauthausen solle aber nicht der einzige Ort sein, den man mit Klassen in diesem Zusammenhang besuchen solle, rät PH-Vizerektor Matteo Carmignola. Es gebe etwa noch den Obersalzberg als NS-Täterort, zudem das Jüdische Museum in Wien, wo auch das lebendige Judentum auf vielfältige Weise in Erscheinung trete. Wichtig sei für ihn, dass das Thema Antisemitismus nicht im Unterricht ausgespart werde. „Wir hören immer wieder von Lehrpersonen, dass sie aufgrund emotionaler Reaktionen in Klassen das Thema lieber nicht aufgreifen würden.“ Dass es im Klassenraum zu Diskussionen kommt, sei anzunehmen. „Es soll aber nicht zu einem heißen Eisen werden, das sich niemand anzurühren traut – gerade in diesen Zeiten.“ Und genau dafür brauche es Orientierung, die Lehrpersonen zur Hand nehmen könnten.
Die Komplexität des Nahostkonflikts müsse im Unterricht Thema sein, sagt Schreilechner. „Es ist wichtig zu sagen: ja, es ist schwer zu verstehen – darum: Sprechen wir darüber.“
Präsentation: „Antisemitismus als Herausforderung in Schule und Gesellschaft“, Stefan Zweig Zentrum, Mönchsberg, Mittwoch, 4. Februar, 18.30 Uhr.
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Recht auf Bildung: Einfache Sprache als Schlüsselfaktor
ScienceORF 24.01.2026
Bildung ist ein Menschenrecht und ausschlaggebend für die Verwirklichung einer inklusiven und chancengerechten Gesellschaft. Darauf macht der Internationale Tag der Bildung am 24. Jänner aufmerksam. In der gleichberechtigten Vermittlung von Wissen identifizieren Fachleute Einfache Sprache als Schlüsselfaktor.
Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BKR) funktioniere derzeit nicht gut in Österreich, denn eigentlich müssten Sonderschulen abgebaut und inklusive Schulen geschaffen werden, erklärt Tobias Buchner, Mitglied im Monitoring-Ausschuss des Bundes. Dieser überwacht, ob die UN-BKR in Österreich eingehalten wird. Als Leiter des Instituts für inklusive Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich ist Buchner vom Fach und beschreibt inklusive Bildung als Ansatz, bei dem der Unterricht individuell an die Bedürfnisse und Interessen der Schülerinnen und Schüler angepasst wird.
Der Generalsekretär der Menschenrechtsorganisation Lebenshilfe Österreich, Philippe Narval, ergänzt: „Mein Verständnis von inklusiver Bildung ist eine Schule für alle, die die Stärken jedes einzelnen Kindes versteht und diese Stärken fördert. Auch für Kinder ohne eine Behinderung ist das die beste Schule.“
Inklusive Hochschule
In Zusammenhang mit inklusiven Bildungssettings und barrierefreier Kommunikation in Form leicht verständlicher Sprache sei wichtig, „dass ich das, was ich zum Beispiel in schwieriger Sprache an der Uni sage, dass ich das relativ schnell in leichter Sprache sagen kann“, erklärt Inklusionspädagoge Buchner. Dabei würden ihm zum Beispiel die Arbeit in inklusiven Workshops mit Menschen mit Lernschwierigkeiten oder Fortbildungen, wie der Lehrgang „Disability Leadership“ an der Berta von Suttner Privatuniversität St. Pölten, helfen. „Diese Workshops halten mich quasi in Schwung, dass ich immer auch automatisch versuche, Inhalte leicht verständlich zu machen.“
Auf die Funktionalität solch inklusiver Bildungssettings angesprochen, verweist der Pädagoge Wolfgang Plaute auch auf das Hochschulprogramm für Bildung, Lebenskompetenz und Empowerment, kurz BLuE. Als Professor für inklusive Pädagogik und Vizerektor der Pädagogischen Hochschule Salzburg hat Plaute dieses Programm für Menschen mit Lernschwierigkeiten bereits 2017 eingeführt.
Es handle sich um eine inklusive Ausbildung, bei der Studierende mit intellektueller Beeinträchtigung am Regelbetrieb teilnehmen können. „Sie studieren in den regulären Kursen der Lehramtsstudierenden“, so Plaute. „Wir haben Studierende, die hervorragende Leistungen bringen, wir haben Studierende, die sich schwertun.“ Er betont, dass es diesbezüglich keinen Unterschied zu Studentinnen und Studenten im Regelbetrieb gebe. Universal zu beobachten sei, „dass alle, die das BLuE-Programm machen, nach den vier Jahren um Meilen gewachsen sind. Sie sind reifer geworden, sie sind ins Leben getreten, sie haben ein Selbstbewusstsein entwickelt.“
Barrierefreie Kommunikation …
An seiner Hochschule sei Leichte Sprache – jene Version leicht verständlicher Sprache, die am meisten vereinfacht und hauptsächlich für Menschen mit Lese- oder Verständnisproblemen gedacht ist – ein grundsätzliches Thema, erklärt Plaute. „Wir haben Lehrgänge dazu, wir haben Kurse dazu, mit und ohne Menschen mit Beeinträchtigungen. Wir arbeiten mit der Wirtschaft zusammen in diesem Kontext. Wir bilden Prüferinnen aus.“ Die Einführung des inklusiven Hochschulprogramms BLuE, und die stärkere Beschäftigung mit Leichter Sprache, habe insgesamt zu einem Denkprozess geführt. „Nachzudenken, wie können wir denn miteinander sprechen, sodass alle etwas davon haben, würde uns allen guttun“, betont Plaute.
Diese Einschätzung teilt auch Narval: „Ich habe Freunde, die haben an der Universität studiert und die freuen sich immer über Nachrichten in Einfacher Sprache. Weil sie sagen, wenn ich den ganzen Tag im Büro sitze und viele komplizierte Sätze schreibe oder Texte lese, freue ich mich am Abend etwas in den Nachrichten zu hören, das ich auch dann verstehe, wenn ich schon sehr müde bin.“ Das sei ein Beispiel dafür, dass Einfache Sprache vielen Menschen hilft — nicht nur Menschen mit Behinderungen.
…als Hilfe für alle
Auch Menschen, die erschöpft sind, sei geholfen, ebenso wie „Menschen die älter sind und sich schwerer tun beim Zuhören oder Menschen, die Deutsch nicht so gut verstehen“. Narval plädiert dafür, dass Einfache Sprache in Österreich viel häufiger und breiter eingesetzt werden sollte: „Die Einfache Sprache sollte in Österreich überall gelten, wo Menschen informiert werden müssen.“
Im Interview wird klar: Inklusive Bildung und barrierefreie Kommunikation in Form leicht verständlicher Sprache gehen Hand in Hand. „Sprache ist der Schlüssel zur Welt“ – frei nach Wilhelm von Humboldt und ganz im Sinne des Rechts auf Bildung.
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Beleg für frühe „Völkerschau“ in Salzburg entdeckt: Von „Riesendamen“ und „Buschmännern“
SN 19.01.2026

Foto: Bild: SN/Anna Boschner
PH-Professorin Elfriede Windischbauer forschte zu „Völkerschauen“ in Salzburg.
Bestaunt, begafft und gar „ausgestopft“: Mehr als 140 Jahre lang sind Menschen aus fernen Teilen der Welt auch in Salzburg zur Schau gestellt worden. Unter unwürdigen Bedingungen, wie eine Forscherin in ihrem neuen Buch darlegt.
Ein Eingeborener des südlichen Afrikas sei hier eine sehr seltene Erscheinung, heißt es da auf einem Werbeplakat aus dem frühen 19. Jahrhundert. Ein „Boschmann“, der im Schneegebirge „gefangen“ worden sei, war damals in einem Geschäft am Kranzlmarkt in der Stadt Salzburg zu sehen – gegen Eintritt selbstverständlich. Dazu eine „Demoiselle von ungewöhnlicher Größe“.
Diese Werbung ist der früheste Nachweis für eine sogenannte Völkerschau in Salzburg – und ein wichtiges Puzzleteil für die Forschung. Elfriede Windischbauer, Professorin an der Pädagogischen Hochschule in Salzburg, hat etwa 12.000 historische Plakate im Salzburg Museum durchforstet. Nach Funden zu Ausstellungen des „Boschmannes“ in anderen deutschen Städten konnte sie das Plakat auf das Jahr 1813 datieren. „Die Hochphase mit den meisten nachgewiesenen Veranstaltungen war von 1850 bis 1900. Die Schauen zogen oft von Stadt zu Stadt, meist entlang von Eisenbahnverbindungen. Vor oder nach Salzburg waren dieselben Personen oft in Linz zu sehen.“

Bild: SN/Salzburg Museum
Der „Boschmann“ in Salzburg: ein Werbeplakat für die früheste nachweisbare „Völkerschau“ in Salzburg – um 1813.
Windischbauer hat sich in den vergangenen Jahren mit den zahlreichen „Völkerschauen“ beschäftigt, die es in Stadt und Land Salzburg gegeben hat. Ihre Ergebnisse hat sie nun in der Schriftenreihe des Stadtarchivs veröffentlicht („Neugierige Blicke – Salzburg und die Zurschaustellung außereuropäischer Menschen im 19. und 20. Jahrhundert“).
Schauen mit „exotischen“ Menschen waren im Europa der Kolonialzeit weitverbreitet. Und ein gutes Geschäft für die Betreiber, die „Impresarios“. Es sei auch darum gegangen, Stereotype zu bedienen, das „Wilde“ sei noch hervorgehoben worden, wie Windischbauer darlegt. So wird berichtet, dass ausgestellte Menschen „Tauben samt Federn“ gegessen oder Kriegstänze aufgeführt hätten. Im Jahr 1835 war eine Inuit-Frau in Nationaltracht aus Grönland auf der Salzburger Dult zu sehen. Im Jahr 1867 wurden „vier Wundermenschen“ auf dem Schrannenplatz angekündigt: „Ein Buschmann, ein Albinos, ein Zwerg und eine ungarische Riesendame“.
Menschen wurden in Käfige gesperrt oder geschlagen
Anhand der angegebenen Öffnungszeiten ist zu erkennen, dass die Menschen oft mehr als zwölf Stunden pro Tag öffentlich zur Schau gestellt wurden. Auch ihre Unterkünfte seien bei Interesse zu besichtigen, hieß es da. Windischbauer beschreibt die Zurschaustellung als „entwürdigend“, manche seien in Käfige gesperrt oder geschlagen worden. Es kam zu Vertragsbrüchen und Missbrauch. Zudem gibt es Berichte von Frauen, die sich sehr offen gegen ungewollte Berührungen von Zuschauern gewehrt hatten, beschreibt die Forscherin. Manche Schauen gingen über Jahre. Ein Mädchen war 44 Jahre lang immer wieder ausgestellt. „Die meisten Teilnehmenden aus den Kolonien wussten vorher nicht, dass sie monatelang vor Publikum auftreten mussten“, sagt Windischbauer. „Einige waren in ihrer Heimat aus gutem Hause, ihnen wurde versprochen, dass sie in Europa mit Fürsten sprechen oder wirtschaftliche Kontakte knüpfen konnten.“
Die letzte Völkerschau in Salzburg war nach dem Zweiten Weltkrieg
Wiederholt ist auch von „ausgestopften“ Personen die Rede, die gezeigt werden sollten. So war auch der „Boschmann“ aus dem Jahr 1813 ein Jahr später präpariert zu sehen. Ein Wissenschafter in Graz drückte in einem Brief seine Freude darüber aus, dass der „Boschmann“ Graz nicht mehr verlassen habe und nun untersucht werden könne, weil er dort verstorben sei. Im Februar 1871 kündigten Inserate in der „Salzburger Zeitung“ die Ausstellung einer Wachsfigur der „Siamesischen Zwillinge“ Chang und Eng aus Siam an.
Die Veranstaltungen fanden überwiegend um die Frühjahrs- und Herbstdult, auf dem Schrannenmarkt, im heutigen Volksgarten, aber auch im Sternbräu-Saal oder in gehobenen Hotels statt. Die Zielgruppe für die Schauen seien das untere und mittlere Bürgertum gewesen, sagt Windischbauer.
Noch im Jahr 1953 wurden Menschen im Programm des Circus Apollo im Volksgarten in Salzburg sowie in Zell am See und Bischofshofen ausgestellt. Eine „Exoten-Truppe“ vollzog Feuertänze und „Mysterien aus dem Dschungel.“ Es war die letzte bisher nachgewiesene Zurschaustellung von außereuropäischen Menschen auf Salzburger Boden.

Bild: SN/Salzburger Zeitung
Ein „Boschmann“, ein „Albinos“, ein „Zwerg“ und eine „Riesendame“ waren einst von 10 Uhr früh bis 21 Uhr abends auf dem Schrannenplatz in Salzburg zu beschauen.
Vier chronisch kranke Kinder sitzen im Schnitt in jeder Klasse: Wie soll man mit ihnen umgehen?
SN 28.11.2025
An der Pädagogischen Hochschule in Salzburg steht am Freitag ein brennendes Thema im Fokus. Vielen Jugendlichen macht soziale Vereinsamung zu schaffen.
Schüler mit einer diagnostizierten chronischen Erkrankung psychischen oder somatischen Ursprungs. Das zeigt die aktuelle HBSC-Studie zur Kinder- und Jugendgesundheit. Sie wird von einem Forschungsnetzwerk alle vier Jahre in 50 Ländern durchgeführt.
„Zu diesen Erkrankungen gehört alles dazu, von Depressionen über Angststörungen und Diabetes bis zu Epilepsie, ADHS und Autismus Spektrum-Störungen“, sagt Nicola Sommer, Professorin an der
Pädagogischen Hochschule (PH) in Salzburg. Das Thema sei längst in den Schulen angekommen, „an der Pädagogischen Hochschule haben wir es schon vor fünf Jahren aufgegriffen“. Durch verschiedene Angebote in der Aus- und Fortbildung bekommen die Lehrkräfte das nötige Wissen und Rüstzeug im Umgang mit erkrankten Kindern und Jugendlichen an die Hand. Ein Hochschullehrgang (drei Semester) befasst sich mit verschiedensten Erkrankungsbildern, der Kommunikation mit Kindern
und Eltern sowie Interventionen, ausgleichenden Maßnahmen und Unterrichtsanpassung für betroffene Kinder und Jugendliche. „Die Nachfrage nach diesen Angeboten steigt extrem stark“, betont Sommer.
Am Freitag lädt die PH zur Fachtagung „Potenziale entfalten – Chancen eröffnen. Schülerinnen mit chronischen Erkrankungen stärken“. Erwartet werden 90 Lehrpersonen, 60 Studierende und 40 Externe, die auch aus Deutschland und der Schweiz anreisen. Im Fokus werden psychische Erkrankungen stehen. Diesen Wunsch hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung im Vorjahr geäußert, die ebenfalls dem Thema chronische Erkrankungen gewidmet war. Inzwischen ist auf Grundlage der Beiträge ein Buch erschienen, das bei der Tagung präsentiert wird. Es ist im Verlag Klinkhardt erschienen und trägt den Titel „Brücken zu Teilhabe. Wo Krankheit und Schule sich begegnen“.
“ „Über psychische Erkrankungen wird offener gesprochen als noch vor einigen Jahren.““
Nicola Sommer, Tagungsleiterin
Vier chronisch kranke Kinder sitzen im Schnitt in jeder Klasse: Wie sol… https://www.sn.at/salzburg/politik/vier-kinder-schnitt-klasse-wie-1884343842 von 5 01.12.2025, 12:35
Ziel sei, den Lehrkräften Wissen für den pädagogischen Alltag an die Hand zu geben, sagt Tagungsleiterin Nicola Sommer. Ein großes Thema sei derzeit auch bei Jugendlichen die soziale Vereinsamung. Positiv sei, dass über psychische Erkrankungen offener gesprochen werde als noch vor einigen Jahren. Die Herausforderung für Lehrkräfte sei groß, weil sich die Merkmale chronischer Erkrankungen in einer Klasse höchst unterschiedlich zeigten, betont Sommer. „Ich kann ein Kind mit ADHS drinnen haben, das sehr nach außen gerichtet und im Verhalten auffällig ist und das aggressive Tendenzen zeigt, das klare Strukturen und Ordnung braucht. Und dann kann es sein, dass ich gleichzeitig ein Kind mit Diabetes habe, wo das Therapiemanagement extrem aufwendig ist. Und dann kann es noch sein, dass ich ein Kind mit einer Angststörung in der Klasse habe, das total introvertiert und angepasst ist.“ Kinder mit einer Angststörung bräuchten Zeit. „Ich werde sie auch nicht an die Tafel holen, damit sie etwas präsentieren, stattdessen dürfen sie ein Video schicken.“
Chronisch kranke Kinder werden in Schulen mitunter gar nicht aufgenommen.
Es müsse im Grunde auf jedes einzelne Kind eingegangen werden. „Entscheidend ist, mit den Eltern und den Kindern zu sprechen und nicht über die Kinder.“ Vieles gehe über die Beziehung. „Man muss den Kindern aktiv zuhören, genau hinschauen und den Kindern mitgeben, dass alle in der Klasse ihre besonderen Eigenschaften und Bedürfnisse haben, ob mit einer Erkrankung oder ohne.“ Sommer rät auch dazu, Expertinnen und Experten in die Klasse zu holen, die Aufklärung leisten und so das gegenseitige Verständnis stärken. „Je mehr die Schüler über eine Erkrankung wissen, desto toleranter können sie damit umgehen.“ Entscheidend seien die Kurse in psychischer Erster Hilfe, die zum Teil von Externen angeboten würden. „Es gibt immer wieder Eltern, die absolut nicht wollen, dass die Erkrankung ihres Kindes bekannt wird“, sagt Sommer. „Teilweise ist es leider sogar so, dass chronisch kranke Kinder in verschiedenen Schulen gar nicht aufgenommen werden.“ Wichtig sei, die Lehrpersonen nicht mit noch mehr Aufgaben zu Vier chronisch kranke Kinder sitzen im Schnitt in jeder Klasse: Wie sol… https://www.sn.at/salzburg/politik/vier-kinder-schnitt-klasse-wie-1884343843 von 5 01.12.2025, 12:3 überhäufen. „Wir müssen auch schauen, dass die Lehrpersonen gesund bleiben“, betont Sommer. Oft hätten kleine Maßnahmen eine große Wirkung.“
„In jeder Klasse gibt es im Schnitt ein Kind mitADHS.““
Ulrike Kipman, Professorin an der Pädagogischen Hochschule Salzburg
Einige Beispiele hat in diesem Zusammenhang die Salzburger PHProfessorin Ulrike Kipman parat. „In jeder Klasse gibt es im Schnitt ein Kind mit ADHS, in manchen Klassen sind es auch zwei oder drei.“ Hilfreich seien Kopfhörer, damit das Kind in Ruhe arbeiten könne. „Sitzplätze am Rand ganz vorn sind ratsamer als solche in der Mitte oder am Fenster.“ Kipman rät außerdem zu Bewegungspausen, Klangsignalen, die Struktur geben, und Lärmampeln. Damit sich Kinder besser spüren, gebe es auch mit Sand gefüllte Gewichtsdecken, die auf den Schoß gelegt werden. Auch Knetmasse helfe den Kindern oft. „Sie werden ruhiger, wenn sie etwas in der Hand haben.“ Eine Filzunterlage auf dem Tisch dämpfe die Geräusche, die unruhige Kinder zum Beispiel mit Stiften erzeugen.
„Belohnung und Lob sind immer gut.“ Kinder mit Autismus bräuchten in erster Linie eine klare Struktur. „Besser als Dinge anzukündigen ist oft, Stundenpläne oder eine Übersicht über den Tagesablauf sichtbar an die Wand zu hängen.“ Auch Ulrike Kipman konstatiert ein gesellschaftliches Umdenken. „Das Thema psychische Erkrankungen wird nicht mehr so unter den Tisch gekehrt, Eltern gehen mit ihren Kindern auch früher zur Diagnostik.“ Zugleich gebe es Eltern, die völlig erstaunt seien, wenn eine Lehrkraft die Vermutung äußere, dass eine Erkrankung vorliegen könnte. „Das hat auch damit zu tun, dass viele Krankheiten vererbt werden und die Eltern selbst an ADHS oder Autismus leiden, ihnen fällt die Erkrankung ihrer Kinder
Vier chronisch kranke Kinder sitzen im Schnitt in jeder Klasse: Wie sol… https://www.sn.at/salzburg/politik/vier-kinder-schnitt-klasse-wie-1884343844 von 5 01.12.2025, 12:35 nicht auf.“
„Bedürfnisse der Kinder besser verstehen“
Robert Langnickel, Gastprofessor an der PH Salzburg, forscht am Institut für Diversität und inklusive Bildung (IDB) der Pädagogischen Hochschule Luzern. Bei der Tagung in Salzburg spricht er über Zwänge und Zwangsstörungen von Schülerinnen und Schülern. „Es freut mich sehr, dass wir mit dieser Tagung sichtbar machen, welche Potenziale in Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen stecken – wenn Schule ihnen verläßlich Unterstützung, flexible Lernwege und echte Teilhabe ermöglicht.“
Auch die Forscherin Sarah Müller von der PH sagt: „Die Tagung bietet Pädagoginnen und Pägogagen praktische Handwerkszeuge und Strategien, um chronisch erkrankte Kinder in der Schule zu begleiten und zu unterstützen.“ Es gehe auch um neue Impulse und darum, die Bedürfnisse der Kinder besser zu verstehen.
Weiter zur SN
Tagung zur Stärkung von Schülern
SN Aus der Stadt 27.11.2025
Nonntal. Am Freitag, 28. November, findet ab 9 Uhr eine österreichweit einzigartige Fachtagung für Lehrerinnen und Lehrer statt. Laut der aktuellen HBSC-Studie (Anm.: Health Behaviour in School-aged Children) haben in Österreich pro Klasse durchschnittlich vier Schüler chronische Erkrankungen psychischer oder somatischer Natur. Dazu gehören ADHS, Autismus und psychische Belastungen. Während der Tagung an der Pädagogischen Hochschule werden die Erkrankungen sowie auch Themen wie Tod, Trauer oder Psychohygiene besprochen.
Tagungsleiterin ist Nicole Sommer, Expertin beim „Umgang mit chronischen Erkrankungen
Gegen Einsamkeit:
Neues Salzburger Projekt gibt Eltern mit beeinträchtigten Kindern Halt
Salzburg24 21.11.2025
Eines der größten Probleme von Eltern mit Kindern mit Beeinträchtigungen sei das Alleingelassen werden. Im Behördendschungel verliere man sich und sein Umfeld. Davon ist Wolfgang Plaute, Vizerektor der Pädagogischen Universität Salzburg, überzeugt. Um die Begleitung von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen auf ihrem gesamten Bildungsweg zu verbessern, hat er die Salzburger Initiative „Inklusive Bildungswege“ ins Leben gerufen. Am Wochenende findet das erste österreichweite Vernetzungstreffen statt.
Wie finden sich Eltern von Kindern mit Beeinträchtigungen im österreichischen Bildungssystem zurecht? Mehr schlecht als recht, ist der Vizerektor der Pädagogischen Hochschule (PH) Salzburg, Wolfgang Plaute, überzeugt. Um hier Licht ins Dunkel zu bringen, hat Plaute in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe und mehreren Bildungseinrichtungen das österreichweite Dialogforum „Inklusive Bildungswege“ gegründet.
Über 20 Salzburger Bildungseinrichtungen beteiligt
Dabei haben sich inzwischen unter anderem über 20 öffentliche Bildungseinrichtungen im Raum Stadt Salzburg zusammengeschlossen. Im Fokus steht die gemeinsame Vision, wie Inklusion in Österreichs zerklüfteten Bildungssystem gelingen kann. „Wir arbeiten unter anderem an einer Beratungsstruktur für Eltern“, erklärt Plaute am Freitag im Gespräch mit SALZBURG24 vor dem österreichweit ersten Vernetzungstreffen. Rund 100 Teilnehmende werden dazu ab Freitag an der PH Salzburg erwartet. Die Salzburger Hochschule ist derzeit die einzige Einrichtung in ganz Österreich, die Menschen mit Beeinträchtigungen, die sonst keinen Zugang zu höherer Bildung haben, die Möglichkeit bietet zu studieren.
PH Salzburg geht neue Wege bei der Inklusion
Als einzige Hochschule in ganz Österreich bietet die PH Salzburg Menschen mit Behinderungen, die sonst keinen Zugang zu höherer Bildung haben, die Möglichkeit zu studieren.
Aber um so weit zu kommen, muss man sich erst durch den Angebots- und Beratungsdschungel im Kindesalter kämpfen. Derzeit gebe es kaum jemanden, der übergreifend Information geben könne, welche Bildungsmöglichkeiten für Kinder mit Beeinträchtigungen angeboten werden, kritisiert Plaute. „Wenn wir Expert:innen das nicht wissen, wie sollen Eltern diese Hürde bezwingen können?“ Vom Kindergarten bis zu einem Alter von 18 Jahren stehen zudem mindestens fünf Übergänge in höhere Bildungseinrichtungen an. Überall warten erneut bürokratische Herausforderungen. „Das ist ein Albtraum für die Kinder, für die Eltern und auch für die Lehrer:innen“, so Plaute. Außerdem würde es dadurch zu signifikanten Entwicklungsrückschritten kommen.
Betroffene Eltern nicht alleine lassen
„Betroffene Eltern brauchen nichts mehr als einen Ansprechpartner. Menschen, die zu ihnen stehen, bei denen sie das Gefühl haben, ich bekomme ehrliche, faire Informationen und ich bin nicht allein. Die Einsamkeit von Eltern mit Kindern mit Beeinträchtigungen ist unfassbar, sowohl privat als auch institutionell.“ Und dieser Einsamkeit soll das Salzburger Projekt entgegenwirken. „Wenn man sagt, da gibt es einen Ort, da kannst du hingehen. Das ist so unfassbar wertvoll für die Eltern“, sagt Plaute.
Johannes Lugstein, Mitbegründer der Initiative, kennt die Herausforderungen im Bildungssystem aus langjähriger Erfahrung. Er hat die erste Inklusive Montessori-Mittelschule (damals noch Hauptschule) in der Stadt Salzburg knapp zehn Jahre lang geleitet. „Teil unseres Projektes ist auch, die vielen Inklusionspädagog:innen zu stärken, zu vernetzen und zusammenzubringen.“ Derzeit sehe er im Inklusionsbereich deutliche Rückschritte. „In den 90er-Jahren gab es vielen Schulen, die sich freiwillig für Inklusionsprojekte gemeldet haben. Diese Aufbruchstimmung sehe ich im Moment nicht mehr.“ Inklusive Bildung soll die Chance bekommen, zu zeigen, was sie kann. Dafür sei leichter zugängliche Information für alle Beteiligten einer der Schlüssel, sind die beiden überzeugt. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der PH Salzburg.
https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/gegen-einsamkeit-neues-salzburger-projekt-gibt-eltern-mit-beeintraechtigten-kindern-halt-art-309071
Journal Hochschule 2025
Salzburger Nachrichten 10.11.2025

Journal Hochschule 2025 download
Servus TV um 2 zum Thema Quereinsteiger
Servus TV 04.09.2025
VR Matteo Carmignola im Studiointerview im Rahmen der Sendung „Servus um 2“ zu den Erfahrungen und zur Zukunft des Quereinstiegs in den Lehrer*innenberuf
https://www.servustv.com/aktuelles/v/aaku9lyzsvdde78bzqni/
Mit freundlicher Genehmigung der Red Bull Media House GmbH
Praxismittelschule übersiedelt in HAK-Container
ORF Salzburg 01.09.2025
Ab Schulbeginn in einer Woche hat die Praxismittelschule der Pädagogischen Hochschule Salzburg einen neuen Standort: Wegen eines großen Umbaus übersiedelt sie für zwei Jahre in die Container auf dem Gelände der Handelsakademie (HAK) in Salzburg-Lehen.
„Auch Dienst an der Gesellschaft ist Lernen“
SN Wochenende 30.08.2025
Das „alte“ Lernen funktioniere nicht mehr, sagt die Salzburger Pädagogikprofessorin Ingrid Geier. Die Wissenschafterin befasst sich mit innovativen Lernformen, die sie bei einem Fulbright-Aufenthalt in den USA weitergab.
Lernen sei ein aktiver Prozess, sagt Geier. Man reflektiere Denkmuster, hinterfrage Routinen, entwickle neue Sichtweisen.
SN:
Frau Professorin Geier, Sie befassen sich mit innovativen Lernformen. Wie unterscheiden sich diese vom traditionellen Unterricht?
Ingrid Geier: Klassischer Unterricht – frontal, lehrkraftzentriert, stofforientiert – geht von einem einheitlichen Lernprozess aus. Inzwischen wissen wir längst, dass Lernen ein individueller, aktiver Prozess ist. Statt reiner Wissensvermittlung geht es heute darum, Lernräume zu schaffen, die differenziert, flexibel und responsiv sind. Ich spreche gerne von einem didaktischen Werkzeugkasten, der unterschiedliche Zugänge anbietet – angepasst an die Diversität der Lernenden.
SN:
Ich habe ein Forschungsprojekt an einer Mittelschule geleitet, wo ich früher selbst unterrichtet habe. Es ist die Praxisschule der pädagogischen Hochschule, dort wird selbst organisiertes Lernen umgesetzt. Die Grundidee: Schülerinnen und Schüler übernehmen stärker Verantwortung für ihren Lernprozess. Sie arbeiten mit Lernjobs, die ein Basiswissen voraussetzen, aber auch Raum für vertiefendes Expertenwissen bieten. Wer will, kann eigene Schwerpunkte setzen, wer mehr Begleitung braucht, bekommt sie. Lernen findet kontinuierlich statt, aber mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Zugängen. Die Rolle der Lehrperson verschiebt sich dabei: von der Vermittlung zur Lernbegleitung.
Können Sie das ein wenig erläutern? SN: Sie haben bereits zwei Mal ein Fulbright-Stipendium für die USA erhalten. Erzählen Sie ein wenig davon.
Ich war 2019 Gastprofessorin an der University of Hawai‘i at Mānoa, heuer an der City University of New York – Kingsborough Community College. Diese Universität hat über 25 Standorte in New York. Zusätzlich wurde ich von Universitäten in Florida und Massachusetts eingeladen, um Vorträge und Workshops zu halten. Mein Schwerpunkt dort war transformatives Lernen. Es geht dabei um eine tiefgreifende Form der Bildung: Menschen reflektieren eigene
Denkmuster, hinterfragen Routinen, entwickeln neue Sichtweisen – etwa durch Konfrontation mit realen gesellschaftlichen Problemen.
Ein Beispiel: Statt nur über Umweltschutz zu sprechen, analysieren Lernende ihren eigenen Konsum und leiten konkrete Verhaltensänderungen ab – etwa beim Thema Plastikmüll tauchen Fragen auf wie: Muss ich wirklich eine Plastikflasche kaufen oder geht das auch anders, nachhaltiger?
Man kann jetzt sogar in Salzburg sehen, dass alte Menschen mit einer Müllgreifzange in Containern nach Plastikpfandflaschen angeln …
SN:
Ja, das kenne ich auch aus den USA und anderen Ländern, dass beispielsweise ärmere Menschen die Plastikflaschen anderer Leute sammeln, um zu ein bisschen Geld zu kommen. Solche Erfahrungen berühren emotional und können Ausgangspunkt für sogenanntes Service Learning oder Active-Citizenship Learning sein. Das ist ein Lernen durch gesellschaftliches Engagement.
An der Pädagogischen Hochschule Salzburg überlegten beispielsweise Studierende, wie Obdachlose im Winter zu einem warmen Getränk kommen könnten. Sie entwickelten mit der Caritas und lokalen Kaffeehäusern ein Caffè-sospeso-System, bei dem Bedürftige einen vorausbezahlten Kaffee konsumieren können.
In einem anderen Fall gestalteten sie gemeinsam mit einer Gemeinde und Sponsoren einen verwahrlosten Spielplatz neu oder gestalteten gemeinsam mit einem Altersheim einen Garten. Solche Projekte verbinden Bildung mit Verantwortung – und fördern demokratische Haltung.
Etwa 15 Prozent der Schulabgänger in Österreich können nur mangelhaft schreiben, lesen und rechnen. Was können innovative Ansätze hier leisten?
SN:
Wir scheitern oft daran, strukturell auf Heterogenität zu reagieren. Standardisierte Systeme erzeugen Ausschlüsse – gerade bei Kindern aus bildungsfernen oder sozioökonomisch prekären Familien. Innovative Ansätze setzen früher und individueller an: durch adaptive Lernformen, multiprofessionelle Teams, Sprachförderung, verbindliche Feedbacksysteme. Aber auch durch eine Haltung, die Defizite nicht als persönliches Versagen, sondern als Ergebnis struktureller Bedingungen versteht. Bildung darf nicht verwalten, sondern muss ermöglichen.
Eine Frage zur Schulkrise in Wien: Dort sitzen aufgrund der hohen Zuwanderung oftmals Kinder mit 15, 20 Nationalitäten und Sprachen in einer Klasse. Und selbst in Österreich geborene Kinder können oft nicht mehr Deutsch. Wie ist ein Unterricht unter so immens schwierigen Umständen überhaupt möglich?
SN:
Diese Realität ist keine Ausnahme mehr – und sie darf nicht als Problem, sondern muss als Ausgangspunkt pädagogischen Handelns verstanden werden.
Culturally Responsive Teaching lautet ein international bewährter Ansatz. Das bedeutet, Lehrpersonen arbeiten nicht gegen die Unterschiede, sondern mit ihnen. Sie beziehen kulturelle Hintergründe, Mehrsprachigkeit, Lebensrealitäten in den Unterricht ein. Dabei findet über Reflexion auch transformatives Lernen statt. Gerade während meines Fulbright-Aufenthalts in New York City habe ich erlebt, wie viel Potenzial in inklusiven und kulturell diversen Lernumgebungen steckt – wenn Lehrpersonen gezielt auf die Ressourcen von Lernenden eingehen. An der Pädagogischen Hochschule Salzburg bieten wir ein umfassendes Fort- und Weiterbildungsprogramm zur Sprachförderung und zur Arbeit in heterogenen Klassen an.
SN: Dennoch: Wie soll eine Lehrerin praktisch konkret den Unterricht halten, wenn niemand sie versteht? Mit Selbstreflexion allein wird das nicht gehen.
Natürlich braucht es da Strukturen. Eine Lehrperson, die da auf sich allein gestellt ist, wird verzweifeln. Und nur mit Warten kommt gar nichts. Da entsteht nur Frust auf beiden Seiten. Es helfen keine Appelle, sondern klare Strukturen. Es braucht Teamteaching, Sprachförderpersonal, Assistenzkräfte – und Konzepte, die die Erstsprachen der Kinder anerkennen.
Denn Sprache ist nie neutral, sondern identitätsstiftend. Gleichzeitig braucht es eine Haltung, die Kindern mit Respekt, nicht mit Defizitblick, begegnet.
Wertschätzung – ich würde sagen: Zuwendung – ist keine pädagogische Nebensache. Sie ist Voraussetzung für jeden nachhaltigen Lernprozess.
Inklusive Bildung: Österreich muss aufholen – was sich für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen ändern muss
Lebenshilfe Österreich 19.08.2025
Bildungsminister Wiederkehr unterstützt Forderung nach Öffnung von AHS und BHS
Lebenshilfe Österreich trifft Bildungsminister Christoph WiederkehrEine inklusive Gesellschaft beginnt mit Inklusiver Bildung. In Österreich haben rund 30.000 Schüler*innen einen sonderpädagogischen Förderbedarf. Damit Kinder mit Behinderungen in der Schule bestmöglich gefördert werden, braucht es dringend strukturelle Verbesserungen im Bildungssystem.Gemeinsam mit Expert*innen der Pädagogischen Hochschule (PH) Salzburg, Vorreiterin in Sachen Inklusive Bildung, fordert die Lebenshilfe Österreich bei ihrem Antrittsbesuch bei Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) am Montag Nachmittag drei wichtige konkrete Maßnahmen:
1. Recht auf 11. und 12. Schuljahr rasch umsetzen
Das Regierungsprogramm sieht vor, dass Jugendliche mit Behinderungen künftig ein 11. und 12. Schuljahr absolvieren können. Bildungsminister Christoph Wiederkehr unterstützt die Forderung der Lebenshilfe Österreich nach einer Öffnung der Sekundarstufe II für Jugendliche mit Behinderungen, also auch der AHS- und BHS-Oberstufen: „Eltern dürfen nicht mehr länger Bittsteller sein.“
2. Keine Rückkehr zur separatem Sonderpädagogik-Studium
Die geplante Wiedereinführung eines Sonderpädagogik-Studiums, das in Österreich 2015 abgeschafft wurde, wäre ein Rückschritt. Stattdessen soll Inklusive Pädagogik wie bisher Teil der allgemeinen pädagogischen Ausbildung bleiben – idealerweise mit einem noch stärkeren Anteil. Ziel ist, dass alle Lehrkräfte gemeinsam im Team unterrichten und inklusiv arbeiten können.
3. Bessere Beratung und Begleitung bei Bildungsübergängen
In Österreich gibt es am Bildungsweg ganz besonders viele Wechsel. Der Wechsel von Kindergarten in die Schule oder zwischen Schulstufen ist für alle Familien eine Herausforderung, für Eltern von Kindern mit Behinderungen oft eine unzumutbare Belastung. Es braucht daher professionelle Begleitung für Eltern und koordinierte Übergänge zwischen den Bildungseinrichtungen.
„Bildung darf kein Zufall sein. Gerade beim Wechsel zwischen Kindergarten, Volksschule und weiterführender Schule dürfen Familien nicht allein gelassen werden“, betont Wolfgang Plaute, Vizerektor der Pädagogischen Hochschule Salzburg und Mitglied im Expertenrat der Lebenshilfe Österreich.Dass gute Übergänge zwischen den Systemen wichtig sind, betont auch Maria Schallehn, Mitglied des Angehörigenbeirats der Lebenshilfe Österreich. Selbst Mutter eines Sohnes mit hohem Unterstützungsbedarf verweist Maria Schallehn auf Kärnten, wo es bereits seit einigen Jahren solche Vernetzungs-Konferenzen gibt.„Unser Ziel bleibt eine inklusive Schule für alle, das heißt Kinder mit und ohne Behinderungen lernen gemeinsam. Das verlangt die UN-Behindertenrechtskonvention, und zahlreiche internationale Beispiele beweisen, dass das machbar ist. Wir verstehen die aktuell angespannte Budget- und Personalsituation, daher setzen wir jetzt bewusst auf diese umsetzbaren und pragmatischen Schritte“, sagt Philippe Narval, Generalsekretär der Lebenshilfe Österreich.Neben politischen Forderungen übernehmen die Lebenshilfe Österreich und die PH Salzburg auch selbst Verantwortung: Im November findet in Salzburg erstmals das „Dialog-Forum Inklusive Bildungswege“ statt: Hier sollen sich für Inklusion engagierte Lehrkräfte, Schulleitungen, Angehörige und Selbstvertreter*innen treffen, um sich zu vernetzen und voneinander zu lernen.
LINKS:
FOTOS auf lebenshilfe.at
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BLuE soll Menschen mit Beeinträchtigung Studium an Hochschule ermöglichen
Salzburger Nachrichten 22.08.2025
„BLuE“ ist das Akronym für Bildung, Lebenskompetenz und Empowerment. Es handelt sich dabei um ein inklusives Hochschulprogramm der Pädagogischen Hochschule (PH) Salzburg Stefan Zweig und richtet sich an Menschen mit Beeinträchtigung, die sonst keinen Zugang zur Studierendenwelt haben.
„Bildung und somit auch der Zugang zu ihr ist ein fundamentales Menschenrecht, das allen zusteht. Das BLuE-Programm leistet einen wichtigen Beitrag, um diesen Anspruch auch für Personen mit einer psychischen oder kognitiven Beeinträchtigung im Hochschulbereich in die Tat umzusetzen“, so Landesrätin Daniela Gutschi (ÖVP) bei einem Besuch in der Praxisvolksschule der Pädagogischen Hochschule. Dort arbeitet beispielsweise der ehemalige BLuE-Student David Deutsch als pädagogischer Assistent.
BLuE-Studierende erleben Hochschulalltag
Das BLuE-Programm dauert insgesamt vier Jahre und wird derzeit im Land Salzburg von sieben Personen absolviert, vier weitere haben es bereits abgeschlossen. BLuE-Studierende besuchen reguläre Lehrveranstaltungen, die individuell nach Bedarf und Schwerpunktinteresse ausgewählt werden. Entscheidend ist des Weiteren, dass sie an Aktivitäten im Rahmen der Hochschule und des gesellschaftlichen Lebens genauso teilnehmen wie andere Studierende. Diese Teilhabe am hochschulischen Leben und Lernen wird durch Tutorinnen und Tutoren begleitet. Nach Abschluss sind die Teilnehmenden befähigt, als „Pädagogische Assistenz“ oder in Assistenzberufen der Tourismusbranche, der Büroarbeit und des Dienstleistungsbereichs zu arbeiten.
BLuE-Programm gewinnt „Diversitas“
Im vergangenen Jahr wurde das BLuE-Programm vom Bildungsministerium mit dem Diversitätsmanagement-Preis „Diversitas“ ausgezeichnet. Er ist mit 25.000 Euro dotiert und ging nach 2020 bereits zum zweiten Mal an die PH Salzburg. Österreichweit ist es das einzige Bildungsangebot dieser Art.
Nach Studienreform: Ansturm auf den Lehrberuf in Salzburg
Salzburger Nachrichten 14.07.2025


„BLuE“ ermöglicht Menschen mit Beeinträchtigung „Hochschulstudium“
SalzTV 03.07.2025
Österreichweit einzigartiges Bildungsangebot / Berufliche Vorbereitung für „Pädagogische Assistenz“ möglich „BLuE“ ist das Akronym für Bildung, Lebenskompetenz und Empowerment. Es ist ein inklusives Hochschulprogramm der Pädagogischen Hochschule (PH) Salzburg Stefan Zweig und richtet sich an Menschen mit Beeinträchtigung, die sonst keinen Zugang zur Studierendenwelt haben.
https://www.salz-tv.at/2025/07/03/blue-ermoeglicht-menschen-mit-beeintraechtigung-hochschulstudium/
Tourette, die Krankheit mit den Tics
SN Digital 23.06.2025 und SN 24.06.2025

Die Selbsthilfegruppe Tourette Gesellschaft Österreich ist zu finden unter www.tourette.at
Das Programm der Tagung „Krankheit und Schule“ am 28. November 2025 in Salzburg: https://phsalzburg.at/fwb/tagung-krankheit-und-schule/
So krempelt KI Schulalltag auf Knopfdruck um
Kronen Zeitung 19.05.2025

Glückstagebuch und Stärkendusche: So sollen Schülerinnen und Schüler in Salzburg gestärkt werden
SN Digital 12.06.2025


Was sich in der Ausbildung für Lehrkräfte in Volksschulen ändert
SN Digital 21.05.2025
Ab Herbst sollen angehende Volksschullehrerinnen und -lehrer an den Pädagogischen Hochschulen besser darauf vorbereitet werden, was sie in den Klassenzimmern tatsächlich erwartet.
Angehende Lehrerinnen und Lehrer in Volksschulen, die heuer im Herbst die Ausbildung an einer der 14 Pädagogischen Hochschulen (PH) beginnen, sollen besser auf die Herausforderungen im Schulalltag vorbereitet werden. Das Rüstzeug dafür bekommen sie
durch neue Studienpläne an die Hand, die an allen Pädagogischen Hochschulen erarbeitet und vom Qualitätssicherungsrat für Pädagoginnen- und Pädagogenbildung abgesegnet wurden. Am Dienstag wurden sie an der Pädagogischen Hochschule in Salzburg vorgestellt.
Zuletzt seien die Studienpläne vor zehn Jahren überarbeitet worden, betonte Beatrix Karl, die Vorsitzende der Rektorinnen- und Rektorenkonferenz der österreichischen Pädagogischen Hochschulen. Künftig würden Theorie und Praxis stärker verschränkt, die Studierenden würden durch gezielte Schwerpunktsetzungen besser auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Der Alltag in den Schulen habe sich verändert. Es genüge nicht mehr, nur Fachwissen zu vermitteln, die Lehrerinnen und Lehrer müssten auch Talente fördern, erziehen, beraten, betreuen, schlichten und unterstützen sowie den Kindern eine digitale Grundausbildung bieten. „Die Klassen sind viel heterogener zusammengesetzt, die Kinder haben unterschiedliche soziale und kulturelle Hintergründe, viele haben Sprachprobleme, Ausgrenzungen und die Gewaltbereitschaft haben zugenommen“, sagte Karl.
Nicht nur die Studienpläne sind ab Herbst neu. Das Studium für den Bachelor dauert künftig drei Jahre, das Masterstudium zwei Jahre. Bisher dauerte der Bachelor vier Jahre und der Master ein Jahr.
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Ausbildung für Volksschullehrer wurde reformiert
OÖNachrichten 21.05.2025
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PH erneuern Volksschullehrerausbildung
Salzburg.ORF.at 21.05.2025
Alltagstauglicher und moderner soll der neue Lehrplan der Pädagogischen Hochschulen (PH) sein, der am Dienstag in der Stadt Salzburg für den Bildungsverbund Mitte, zu dem Salzburg und Oberösterreich gehören, vorgestellt wurde. Auch im Umgang mit schwierigen Eltern sollen angehende Lehrkräfte besseres Rüstzeug erhalten.
Der Wunsch, Kindern in den ersten Unterrichtsjahren die Freude am Lernen in verschiedensten Fächern beizubringen, ist oft der Antrieb, Volksschullehrerin oder Volksschullehrer zu werden. Um den vielen Herausforderungen im Alltag gewachsen zu sein, wurde die Ausbildung an den Pädagogischen Hochschulen nach zehn Jahren erstmals erneuert.
„Der Anspruch, der jetzt an Lehrpersonen herangetragen wird, der auch ein Stück weit gesellschaftlich diskutiert wird, ist sicher der Umgang mit Diversität und zwar mit allen Diversitätsfacetten“, sagt die Rektorin der PH Salzburg, Daniela Martinek. Das umfasse nicht nur die Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen, sondern auch die Begabungsförderung. Die Pädagogische Hochschule Salzburg sei auch Standort des österreichischen Zentrums für Begabungsförderung, so Martinek.
Eltern erwarten immer mehr individuelle Betreuung
Neben der Berücksichtigung unterschiedlicher Muttersprachen der Schüler, werde auch Konfliktmanagement immer wichtiger – und zwar nicht nur in den Klassen, sondern auch bei Elterngesprächen. „Die Eltern erwarten sich mehr Individualisierung, es sind mehr Gespräche nötig als früher. Das sind die Herausforderungen“, sagt dazu Walter Vogel von der PH Oberösterreich.
Fünf Jahre dauert die Ausbildung derzeit an den Pädagogischen Hochschulen bis zum Master. Neu ist, dass man den Bachelor schon nach drei und nicht erst nach vier Jahren erreicht. Eine Änderung, die dem Lehrermangel geschuldet ist. Als Bachelor könne man bereits in Teilzeit in den Beruf einsteigen und das Studium berufsbegleitend beenden.
Gute Berufsaussichten an Volksschulen
„Im Moment sehen wir viele Masterstudierende in den Schulen. Wenn kein Lehrermangel mehr ist, werden wir mehr Studierende haben, die den Master gleich in Form von Vollzeitstudien an das Bachelorstudium anhängen und nicht gleich in die Schulen einsteigen. Auch diese Zeit wird sicher wieder kommen“, sagt die Vorsitzende der Rektor:innenkonferenz der österreichischen Pädagogischen Hochschulen Beatrix Karl. Ein stärkerer Zulauf zu den Pädagogischen Hochschulen sei bereits heute zu spüren, die Jobaussichten an den Volksschulen sind jedenfalls gut.
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Lehrerstudium ab Herbst entrümpelt
Krone Zeitung 21.05.2025
Neue Studienpläne für Volksschulen, mehr Praxis, mehr Wahlmöglichkeit
Die Anforderungen an den Salzburger Schulen steigen. Immer mehr Kinder haben Sprachprobleme. Der Umgang mit Eltern ist nicht immer einfach. Die digitale Welt fordert.
Um angehenden Volksschullehrern ein besseres Rüstzeug mitgeben zu können, wurden die Lehrpläne jetzt reformiert. Mit Oktober geht die Reform an den Start. Die Praxis wird mit der Theorie noch enger verzahnt. Das Studium ist noch viel flexibler gestaltet. Es gibt mehr Wahlmöglichkeiten. Angehende Lehrer können sich mit einem Generator ihr Studium selbst zusammenstellen. Salzburg setzt auf Schwerpunkte wie „Deutsch als Zweitsprache“ oder Mint (Technik).
Man erhofft sich von der Reform, den Lehrermangel künftig entschärfen zu können. „Die Frist läuft noch. Die Voranmeldungen für den Herbst haben sich im Vergleich zum Vorjahr aber bereits verdoppelt“, so Daniela Martinek, Rektorin der PH Salzburg. 66 Anmeldungen für 125 Plätze gibt es bereits. SaSa
Ab Herbst: Neue Ausbildung für Volksschullehrer
Krone ONLINE 20.05.2025
Die Lehrpläne an den Pädagogischen Hochschulen wurden nach langen Diskussionen reformiert: Im Herbst geht das Volksschullehrer-Studium mit neuen Schwerpunkten und noch besser begleiteter Praxis an den Start. Man erhofft sich davon auch, mehr Junglehrer begeistern zu können.
Die neuen Lehrpläne sollen angehende Lehrer fit für die aktuellen Herausforderungen in den Schulen machen. Denn die Anforderungen steigen. Immer mehr Kinder haben Sprachprobleme. Der Umgang mit Eltern ist nicht immer einfach. Die digitale Welt fordert. „Wir wollen den Lehrern ein noch besseres Rüstzeug mitgeben“, so Daniela Martinek, Rektorin an der Pädagogischen Hochschule in Salzburg. Die letzte Reform der Lehrpläne liegt bereits mehr als zehn Jahre zurück.
Mit Oktober gehen die neuen Lehrpläne an den Start. Andreas Schnider, Vorsitzender im Qualitätsrat für die Pädagogischen Hochschulen, spricht von einem großen Wurf.
Was sich genau ändert: Die Praxis wird mit Theorie noch enger verzahnt. „Praxis wird anderes reflektiert“, so die Verantwortlichen der Pädagogischen Hochschulen in Salzburg und Oberösterreich. Künftige Lehrer sollen bei ihren Praxis-Erfahrungen jetzt noch viel besser begleitet werden.
Noch mehr Wahlmöglichkeiten ab Herbst
Die Lehrerausbildung ist ab Herbst auch noch viel flexibler gestaltet. Es gibt wesentlich mehr Wahlmöglichkeiten. Angehende Lehrer können sich mit einem Generator ihr Studium selbst zusammenstellen. Salzburg setzt auf Schwerpunkte wie „Deutsch als Zweitsprache“ oder Technik und Naturwissenschaften (Mint).
Man erhofft sich von der Reform, den Lehrermangel künftig entschärfen zu können. Aus den aktuellen Anmeldezahlen leitet Rektorin Martinek bereits positive Signale ab. „Die Frist läuft noch. Die Voranmeldungen für den Herbst haben sich im Vergleich zum Vorjahr aber bereits verdoppelt“, so Martinek zufrieden. 66 mögliche Erstsemestrige haben sich schon gemeldet. Insgesamt gibt es im Bereich Volksschule 125 Studienplätze für Anfänger.
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Volksschullehrerausbildung an PH Salzburg künftig verkürzt, praxisnäher und individueller
Salzburger 24 ONLINE 20.05.2025
Die Ausbildung der Volksschullehrerinnen und -lehrer wird auf neue Beine gestellt. Los geht es im kommenden Wintersemester. Nach dem Bachelor sollen die Nachwuchs-Lehrkräfte bereits in Teilzeit unterrichten. Studierende an der Pädagogischen Hochschule Salzburg sollen mithilfe der neuen Studienpläne die Möglichkeit bekommen, ihren Bildungsweg selbst mitzugestalten und mehr professionelle Sicherheit zu erlangen.
Die Reform der Lehrerausbildung in Österreich betrifft selbstredend auch die Volksschulen, wie am Dienstag bei einer Pressekonferenz an der Pädagogischen Hochschule (PH) Salzburg betont wurde. Nach der vorerst letzten Reform vor zehn Jahren habe sich der Schulalltag seither durch die Entwicklungen in der Migration, die Corona-Pandemie und den Kriegen in der Ukraine und in Nahost sowie der Digitalisierung stark verändert, wurde von Schulleiter:innen berichtet. Die Rolle der Volksschullehrerinnen und -lehrer habe sich demnach angesichts höchst unterschiedlich zusammengesetzter Klassen massiv verändert – zum Teil bis zur Überforderung. Gründe dafür seien Sprachprobleme, mitunter schwierige Familienverhältnisse sowie kulturelle und soziale Dissonanzen.
Anpassungen an heutigen Lehrerberuf

Foto: Dani Gruber
Mit dem Vermitteln von Wissen und Freude am Lernen sei es für die Lehrkräfte längst nicht mehr getan, denn sie sollen auch erziehen, beraten, betreuen, schlichten, unterstützen, fordern, fördern und den Kindern eine digitale Grundausbildung bieten. Mit der neuen Ausbildung sollen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und die Anforderung an den Beruf angepasst werden. „Lehrer:innen sollen besser auf die Herausforderungen in heterogenen und digitalisierten Klassenzimmern vorbereitet werden“, wurde unisono beim Medientermin versichert.
Möglich machen sollen das die neuen Studienpläne an den 14 Pädagogischen Hochschulen in Österreich, die im Wintersemester im Kraft treten sollen. Als Besonderheit nennt Daniela Martinek, Rektorin der PH Salzburg, die erstmals angebotene professionelle Entwicklungsbegleitung. In Salzburg sollen sich Studierende in Kleingruppen zusammenfinden und mit Lehrkräften individuelle Akzente im Studium entwickeln und umsetzen. „Nicht jeder braucht das Gleiche. Es geht also darum: Wer hat welche Interessen? Wer hat das Gefühl, dass da oder dort noch etwas fehlt?“, so Martinek. Genau das werde dann in der Ausbildung berücksichtigt. „Studierende können im Rahmen dieser individuellen Begleitung ihren Kompetenzerwerb autonom gestalten und interessensbasierte Akzente setzen.“
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So krempelt KI Schulalltag auf Knopfdruck um
Kronen Zeitung 19.05.2025

Lehrermangel in Salzburg: „Schwer abzuschätzen, ob und wie sich das langfristig auf die Bildungsqualität auswirkt“
Salzburger Nachrichten ONLINE 07.05.2025
Matteo Carmignola ist Vizerektor für Lehre an der Pädagogischen Hochschule Salzburg. Er analysiert den aktuellen Lehrermangel und welche Maßnahmen für Abhilfe sorgen sollen.
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Müssen wir immer kontroversiell über Politik reden?
punkt eins 28.04.2025
Prof. Robert Hummer von der PH Salzburg, der mit seinem Dissertationsprojekt an der Universität Salzburg angesiedelt ist, war am 28. April 2025 mittags zu Gast in der Sendung „punkteins“ zum Thema „Müssen wir immer kontroversiell über Politik reden?“
https://oe1.orf.at/programm/20250428/792232/Muessen-wir-immer-kontroversiell-ueber-Politik-reden
Digitalisierung macht Schule
Salzbuger Nachrichten 15.04.2025
Handys werden aus den Schulen verbannt, die Medienkompetenz soll ausgebaut werden. Wie weit Österreichs Schulen sind.
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Warum diese Schule ihre Plätze verlost
Salzbuger Nachrichten 22.03.2025

Viele Studierende sammeln Erfahrungen im Ausland
Mein Bezirk 17.03.2025
Studierende der Pädagogoischen Hochschule standen am Tag der offenen Tür für Fragen rund um den Studienalltag oder zum Thema Auslandssemester bereit.
SALZBURG. Für Einblicke in den Studienalltag und Gespräche über erste praktische Erfahrungen, was die Gestaltung des Unterrichts betrifft, standen Studierende aus dem Bachelor- und Masterstudium am Tag der offenen Tür bereit.
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„Theorie und Praxis eng miteinander verknüpfen“
Mein Bezirk 16.03.2025
Die enge Verbindung aus Studium und Beruf gilt für den Vizerektor der PH Salzburg, Matteo Carmignola, als unerlässlich.
SALZBURG. Wie gestaltet sich das Lehramtsstudium? Welche Anforderungen werden an künftige Lehrpersonen gerichtet und wie hat sich die Schule als Ort des Lernens gewandelt? Darüber konnten sich Interessierte diese Woche beim Tag der offenen Tür an der Pädagogischen Hochschule (PH) selbst ein Bild machen.
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Die „Wilden“ dienten der Volksbelustigung
Die Presse 15.03.2025

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Neue deutsche Schlechtschreibung
Salzburger Nachrichten 15.02.2025
Unser Deutsch wird immer schlechter.
Grammatik und Rechtschreibung bereiten Schülern und auch Erwachsenen zunehmend Probleme. Und fast zwei Millionen Österreicher haben Schwierigkeiten beim Lesen. Was ist da passiert?

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