Tagung | Krankheit und Schule

Am 28. November 2025 findet an der Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig eine Tagung zum Thema statt.

Dieses Bild wurde mit Hilfe von ChatGPT (GPT-4) generiert.

Potenziale entfalten – Chancen eröffnen

Schüler*innen mit chronischen Erkrankungen stärken

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Plakat

 

Anmeldung zur Tagung für Lehrpersonen: Senden Sie bitte ein E-Mail (in cc an die Schulleitung) unter Angabe von Matrikel- und Veranstaltungsnummer an fortbildung@phsalzburg.at

Anmeldung zur Tagung für alle anderen Personen

Die Anmeldung zu den Workshops erfolgt im Rahmen der Tagung vor Ort.
Es fallen keine Anmeldegebühren an.

Scham, die Wächterin der Menschenwürde

Dr. Stephan Marks

Dr. Stephan Marks ist Sozialwissenschaftler, Supervisor und Sachbuchautor. Seit vielen Jahren bildet er Menschen in psychosozialen Berufen zum Themenfeld Scham und Menschenwürde weiter – mit einem Schwerpunkt im deutschsprachigen Raum und in Lateinamerika.

 

Schamgefühle können in jeder Arbeit mit Menschen akut werden, etwa wenn Schüler*innen sich für ihre Herkunft, Krankheit oder Hilfsbedürftigkeit schämen. Unerkannte Scham kann krank machen oder in Rückzug, Trotz oder Aggression umschlagen. Daher ist es wichtig, dieses – oft tabuisierte – Gefühl zu erkennen und konstruktiv begleiten zu können. Denn Scham ist zwar schmerzhaft, hat aber auch positive Aufgaben: sie ist, nach Leon Wurmser, die Hüterin der Menschenwürde.

Was kann der schulärztliche Dienst dazu beitragen, den Umgang mit chronisch kranken SchülerInnen sicher zu ermöglichen, Stolpersteine und Gelingensfaktoren!

Dr.in Claudia Mark

Dr.in Claudia Mark ist Ärztin für Allgemeinmedizin und seit über 25 Jahren als Schulärztin tätig. Sie leitet den Fachbereich Kinder- und Jugendgesundheit in der Abteilung Öffentliche Gesundheit des Amtes der Tiroler Landesregierung und ist Landesschulärztin der Bildungsdirektion für Tirol.

Der Umgang mit Schüler*nnen mit chronischen Erkrankungen kann sehr herausfordernd sein. Eine gute und offene Kommunikation, die Nutzung aller Unterlagen und Materialien zur Einhaltung des Rechtsrahmens und eine gute Einschulung und Betreuung durch die Schulärztin/den Schularzt tragen wesentlich dazu bei, allen Beteiligten die Sicherheit zu geben, die es braucht, um betroffenen Schüler*innen einen möglichst uneingeschränkten Schulalltag zu ermöglichen. Praxisbeispiele und die Darstellung des schulärztlichen Tätigkeitsprofils ergänzen den Input.

Inklusion aus Elternsicht – Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen im System

Dr.in Irene Promussas

Mag. pharm. Dr. Irene Promussas ist Pharmazeutin und promovierte Krebsforscherin. Als Mutter einer Tochter mit einer seltenen chronischen Erkrankung, eines Sohnes und dreier Bonuskinder, alle schon erwachsen, gründete sie aufgrund ihrer Erfahrungen mit ihrer Tochter 2005 die Selbsthilfegruppe Lobby4kids. Neben ihrer Tätigkeit in einer Apotheke engagiert sie sich ehrenamtlich für die Verbesserung der Situation von Kindern in Gesellschaft, Politik, Bildungs- und Gesundheitssystemen.

Betroffene Familien von Kindern mit chronischen Erkrankungen haben mit vielen Herausforderungen zu kämpfen. Kommen sie einerseits mit dem Management einer Erkrankung oder Behinderung ziemlich bald zurecht, weil es nötig ist, so werden ihnen im Lauf der Jahre immer wieder Hürden in den Weg gelegt. Neben Beschaffung von Hilfsmitteln und Medikamenten, der Suche nach Therapieplätzen, Selbsthilfegruppen oder Fachärzt*innen ist es vor allem das Bildungssystem, in dem es wenig adäquate Entfaltungsmöglichkeiten gibt. Lobby4kids – Kinderlobby nimmt sich der Anliegen dieser Kinder und Jugendlichen an und hat sich Inklusion auf die Fahnen geschrieben.

 

Mut  im Umgang mit Fragen zu Krankheit, Tod und Trauer

Thomas Affenzeller
Thomas Affenzeller wurde 1976 in Kärnten geboren. Nach einer Lehre zum Restaurantfachmann und einem Biologiestudium war er über zwanzig Jahre in der Privatwirtschaft tätig. Danach arbeitete er fünf Jahre als selbstständiger Unternehmensberater und Trainer in der Erwachsenenbildung. Seit drei Jahren leitet er die Hospiz- und Palliativakademie der Hospiz-Bewegung Salzburg.

Chronische unheilbare Krankheit, Trauer und Tod – auch diese Themen gehören manchmal zum Schulalltag. Und dann stehen wir da: mitfühlend, hilflos und oft sprachlos. Was können wir sagen, wie können wir begleiten und Da sein. In diesem Workshop erhalten Lehrpersonen Impulse, wie sie betroffenen Kindern und deren Familien achtsam begegnen und diese unterstützen können.

Luft(ballon)post in den Himmel – Tod und Trauer als Thema im Unterricht?!

Martina Hoanzl

AOR.in Mag.a Dr.in Martina Hoanzl ist Dozentin an der Fakultät für Teilhabewissenschaften der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg im Bereich Pädagogik und Didaktik im Förderschwerpunkt sozial und emotionale Entwicklung. Sie ist Sonder- und Heilpädagogin, Erziehungswissenschaftlerin, approbierte Psychotherapeutin sowie Psychoanalytikerin für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (DGIP/ÖVIP). Ihre Forschungsschwerpunkte sind u.?a. Pädagogik bei Krankheit und Unterricht auf Nebenwegen.

Existenzielle Themen wie z. B. Tod und Trauer machen nicht vor der Klassenzimmertür halt. Doch welche Möglichkeiten gibt es, diese Themen sensibel im Unterricht zu bearbeiten? An Hand von Beispielen, die sozial, emotional und psychisch (hoch)belastete bzw. erkrankte Schüler*innen und deren Lebenswelt besonders in den Blick nehmen, sollen im Workshop Möglichkeiten vorgestellt, diskutiert und mit eigenen Erfahrungen verbunden werden.

„Gefangen in der inneren Schleife?“ – Zwänge und Zwangsstörungen im Klassenzimmer pädagogisch adressieren

Robert Langnickel

Dr. Robert Langnickel ist Gastprofessor an der Pädagogischen Hochschule Salzburg sowie Dozent im Masterstudiengang Schulische Heilpädagogik an der PH Luzern. Er forscht zur emotionalen und sozialen Entwicklung von Schüler:innen sowie zur Pädagogik bei Krankheit. Am Institut für Diversität und inklusive Bildung (IDB) der PH Luzern forscht er u.a. zur Prävention und Intervention bei internalisierenden und externalisierenden Auffälligkeiten und leitet ein internationales Forschungsprojekt zur Pädagogik bei Krankheit. Mit über zwölf Jahren Erfahrung als Klassenlehrer und pädagogischer und therapeutische Schulleiter einer Sonderschule in der Schweiz sowie einer psychoanalytischen Praxis (Therapeut, Supervisor und Coach) verbindet er wissenschaftliche und praktische Perspektiven.

Was tun, wenn Schüler*innen immer wieder dieselben Handlungen ausführen oder Gedanken nicht mehr loswerden können? In diesem Workshop erfahren Lehrpersonen erstens etwas über die Hintergründe von Zwängen und Zwangsstörungen. Praxisnahe Beispiele verdeutlichen, wie betroffene Kinder und Jugendliche die Welt erleben und warum sie sich oft missverstanden fühlen im Schulalltag. Zweitens diskutieren wir pädagogische Strategien, die den Schüler*innen Orientierung und Entlastung bieten und gleichzeitig das Klassenklima stärken. Ziel ist es, Lehrpersonen handlungsfähig zu machen, um Schüler*innen gezielt und empathisch aus der „inneren Schleife“ herauszuführen.

Autistische Schüler*innen verstehen, unterstützen und schulisch fördern

Prof. Dr. Reinhard Markowetz

Prof. Dr. Reinhard Markowetz war Real- und Sonderschullehrer, Diplompädagoge, nach Tätigkeiten im Schuldienst als Fachschulrat am Institut für Sonderpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und Professor für Heil- und Inklusionspädagogik an der Katholischen Hochschule Freiburg i.Br. tätig. Bis zu seiner Emeritierung 2024 hatte er den Lehrstuhl für Pädagogik bei geistiger Behinderung, Verhaltensstörungen und Autismus einschließlich inklusiver Pädagogik an der LMU München über.

Im Workshop zum Thema Autismus werden zunächst die Herausforderungen gesammelt, vor denen Lehrkräfte konkret praktisch stehen, wenn sie in ihrer Klasse an ihrer Schule Schüler*innen aus dem Autismus Spektrum zu unterrichten und schulisch zu fördern haben und mit Blick auf die Frage, was auf ihrem Weg zu Autismus-sensiblen Schulen und einem Autismus-sensiblen Unterricht hilft und wirkt, diskutiert. Hierzu werden im Rückgriff auf das sog. didaktische Achteck mit Blick auf Ziele, Inhalte, Zeit, Raum, Lehrkraft, Lernende, Methoden und Medien Autismus-spezifische Maßnahmen und Möglichkeiten des Nachteilsausgleich vorgestellt und an Beispielen aufgezeigt, wie diese sich im Unterricht zielführend und nachhaltig umsetzen lassen und was es an Hilfen, Kooperationspartner*innen und Unterstützungssystemen aber auch Rahmenbedingungen braucht, damit autistische Schüler*innen im System Schule chancengleich lernen und sich entwickeln können.

Psychohygiene für Lehrer*innen bei Tod, Trauer und Trost

Renate Messner-Kaltenbrunner

Prof.in Mag.a Renate Messner-Kaltenbrunner ist Professorin für Bildungswissenschaften an der PH Salzburg. Nach dem Studium der Selbständigen Religionspädagogik an der Universität salzburg qualifizierte sie sich als Partner- und Familienberaterin. Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte als Dozentin an der Pädagogischen Hochschule Salzburg liegen in den Bereichen Wertevermittlung, Gewaltprävention, Lehrer:innengesundheit, Kommunikation und Konfliktlösung, Rituale und Supervision.

Die eigenen Erfahrungen von Verlust, Trauer und getröstet sein prägen unser Menschsein und werden im professionellen Erleben und Handeln wirksam. Welche Erfahrungen haben mich geprägt, welche Strategien erlebe ich als hilfreich und was tröstet mich? Trauer, Trauerverarbeitung und Strategien von Selbstfürsorge und psychischer Hygiene werden thematisiert. Die Bedeutung von offenem Austausch über Tod und Trauer soll erschlossen werden und kann als Ressource für die Herausforderungen im schulischen Bereich genützt werden.

 

Pädagogische Diagnostik bei Erkrankungen

Ulrike Kipman

Prof. DDDr. Ulrike Kipman ist Professorin an der Pädagogischen Hochschule Salzburg mit dem Schwerpunkt Diagnostik und Bildungsforschung. Sie ist allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige, klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin bzw. zertifizierte Arbeitspsychologin sowie forensische Psychologin. Ihre fachlichen Schwerpunkte umfassen unter anderem die Neuropsychologie sowie die Kinder-, Jugend- und Familienpsychologie, womit sie ein breites Spektrum psychologischer Diagnostik und Intervention abdeckt.

In diesem Workshop stehen die Grundlagen und Anwendungsmöglichkeiten der pädagogischen Diagnostik im Kontext von körperlichen, psychischen und psychosomatischen Erkrankungen im Fokus. Anhand praxisnaher Fallbeispiele werden diagnostische Verfahren vorgestellt, mit denen Lern- und Entwicklungsprozesse erfasst und gezielt unterstützt werden können. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Differenzierung zwischen pädagogischem Förderbedarf und krankheitsbedingten Beeinträchtigungen sowie der Zusammenarbeit mit medizinischen und psychologischen Fachkräften. Ziel des Workshops ist es, diagnostische Kompetenzen zu vertiefen und Handlungssicherheit im pädagogischen Alltag zu gewinnen.

Ängste von Kindern mit somatischen Erkrankungen verstehen und begleiten

Katja Höglinger

Katja Höglinger ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Pädagogik bei körperlichen und komplexen Behinderungen an der Universität Würzburg in Deutschland. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Gesundheit, Krankheit und Stress in pädagogischen Kontexten, das Verhältnis von pädagogischem und therapeutischem Handeln sowie „Pädagogik bei Krankheit“. Seit 2021 arbeitet sie an einem partizipativen Promotionsprojekt zur gesundheits- und krankheitssensiblen Gestaltung pädagogischen Handelns, für das sie mit einem Forschungspreis der Deutschen Rheumastiftung ausgezeichnet wurde (10.000€). Am Lehrstuhl bietet sie außerdem ein kostenfreies digitales Bildungsangebot für alle am Thema „Pädagogik bei Krankheit“ interessierten Personen an.

Kinder und Jugendliche mit somatischen Erkrankungen sind häufig mit vielfältigen Ängsten konfrontiert – etwa im Zusammenhang mit medizinischen Behandlungen, Schmerzen, schulischen Anforderungen oder sozialer Ausgrenzung. In diesem Workshop setzen wir uns mit der Frage auseinander, was betroffenen Kindern Angst machen kann und wie sich diese Ängste äußern. Im Fokus steht dabei Ihre Rolle als Lehrkraft: Wie können Sie Kinder im schulischen Alltag einfühlsam begleiten und im Umgang mit Ängsten stärken? Ziel des Workshops ist es, kindliche Ängste im Kontext somatischer Erkrankungen besser zu verstehen und pädagogische Wege im Umgang mit ihnen kennenzulernen.

Ausgleichende Maßnahmen und Hilfestellungen bei chronischen Krankheiten mit Fokus ADHS

Gerhard Weiss

Gerhard Weiss absolvierte nach der Matura eine Ausbildung an der Pädagogischen Akademie. Seine berufliche Laufbahn führte ihn zunächst an die Heilstättenschule Wien, wo er als Klassenlehrer auf einer heilpädagogischen Station und später als Reintegrationslehrer auf einer psychosomatischen Station tätig war. Danach unterrichtete er im Rahmen des Hausunterrichts. Aktuell ist er als Diversitätsmanager in der Bildungsdirektion Wien tätig, mit dem Schwerpunkt auf der Unterstützung von Schüler:innen mit chronischen und psychischen Erkrankungen.

Lehrkräfte benötigen grundlegende Kenntnisse über ADHS und andere Formen von Neurodivergenz, um im Unterricht gezielte pädagogische Interventionen einsetzen zu können. Ausgleichende Maßnahmen dienen dabei der individuellen Förderung und gleichen Beeinträchtigungen aus, etwa durch strukturierende Hilfen oder angepasste Arbeitsformen. Sie unterscheiden sich klar von allgemeinen Hilfestellungen, die allen Schüler*innen zugutekommen, da sie spezifisch auf besondere Bedürfnisse reagieren und Teil eines inklusiven Unterrichts sind.

Psychische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter

Nina Ratschiner & Jasmin Tarhuni

Nina Ratschiner ist Heilstättenlehrerin an der Kinder- und Jugendpsychiatrie am AKH Wien und Psychotherapeutin in freier Praxis. Zuvor war sie Volksschulleiterin in Wien und ist seit vielen Jahren im pädagogischen und psychotherapeutischen Bereich tätig. Jasmin Tarhuni ist Sonderschulpädagogin und Heilstättenlehrerin an der Kinder- und Jugendpsychiatrie am AKH Wien. Zuvor arbeitete sie als Heilstättenpädagogin auf der pädiatrischen Psychosomatik. Sie befindet sich in Ausbildung zur Psychotherapeutin in freier Praxis (KIP) unter Supervision.

Der Workshop soll einen Einblick in psychische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter geben. In zwei Fallbeispielen soll die Komplexität der Störungen gezeigt werden, die Fallverläufe, Behandlungswege und Handlungsmöglichkeiten im schulischen Kontext zeigen.

Existenzielle Pädagogik im Kontext chronisch erkrankter Kinder

Sonja Mayerhofer

In diesem Workshop wird aufgezeigt, wie die existenzielle Pädagogik – basierend auf der Existenzanalyse von Alfried Längle und entwickelt von Eva Maria Waibel – in der Arbeit mit chronisch kranken Kindern angewendet werden kann. Der Fokus liegt darauf, wie Lehrpersonen diesen Kindern Raum für Sinn, Beziehung und Selbstwirksamkeit eröffnen können, auch unter belastenden Lebensumständen. Nach einem theoretischen Input erarbeiten die Teilnehmenden anhand von Fallbeispielen konkrete pädagogische Zugänge und Handlungsmöglichkeiten. Eine anschließende Diskussion bietet Raum für den kollegialen Austausch.