FutureLab

Am Institut für Impulse im Bildungsbereich (IBIB) ist das FutureLab verankert. Es versteht sich als wissenschaftsbasierter Denk-, Entwicklungs-, Gestaltungs- und Vernetzungsraum innerhalb der Pädagogischen Hochschule Salzburg. Es bündelt, initiiert und begleitet Aktivitäten rund um Future Skills, Zukünftebildung sowie gesellschaftliche Transformation. Diese Arbeit verbindet Lehre, Hochschuldidaktik, Forschung, Fort- und Weiterbildung, Wissens- und Wissenschaftskommunikation sowie Third Mission. Damit möchte es Dozent*innen, Forscher*innen, Student*innen, Fort- und Weiterbildner*innen, Lehrer*innen, Schüler*innen sowie externe Partner*innen und die interessierte Öffentlichkeit einbeziehen.

Future Skills sollen dazu beitragen, Mündigkeit, Handlungsfähigkeit und Lebensqualität unter Bedingungen tiefgreifender gesellschaftlicher Transformationen und globaler Krisen zu sichern (OECD, 2019; UNESCO, 2019). Welche konkreten Skills darunter zu fassen sind, wird kontrovers diskutiert (Kotsiou et al., 2022). Futures Literacy erweitert diese Perspektive, indem danach gefragt wird, wie Zukunftsvorstellungen entstehen, welche Annahmen ihnen zugrunde liegen und wie unterschiedliche Zukünfte denk-, kommunizier- und gestaltbar werden (UNESCO, 2019; Bierwisch et al., 2025; Sippl et al., 2023, 2025).

Für die Lehramtsausbildung sowie für Fort- und Weiterbildung von Lehrer*innen ist dieser Zugang in wenigstens zweierlei Hinsicht relevant: Einerseits sollen Lehrkräfte Future Skills bei Schüler*innen fördern. Andererseits erfordert ein sich stetig wandelndes Schulsystem entsprechende Skills, um professionell urteils- und handlungsfähig zu bleiben (Isaacs et al., 2024). Zugleich müssen Begründungen, Zielsetzungen und Umsetzungsformen von Future-Skills-Ansätzen kritisch reflektiert werden, damit Lernende nicht einseitig in den Dienst gesellschaftlicher Transformationsanforderungen gestellt werden (Singer-Brodowski, 2016).

Vor diesem Hintergrund bearbeitet das FutureLab Kernfragen, die für Hochschule, Schule und Gesellschaft gleichermaßen relevant sind. Darunter u.a. diese:

  • Welche Zukünftevorstellungen, Transformationsdiagnosen, Begründungslinien, Zielsetzungen und Bildungsverständnisse prägen den Diskurs um Future Skills und Futures Literacy?
  • Welche theoretischen Rahmungen und Konzeptualisierungen von Future Skills sind für die Lehrkräftebildung tragfähig, und wie lässt sich pädagogisch begründen, welche Future Skills für Studierende, Lehrkräfte und Schüler*innen in schulischen und gesellschaftlichen Kontexten besonders bedeutsam sind?
  • Wo werden Future Skills bereits explizit oder implizit adressiert, und welche Möglichkeiten, Leerstellen und Spannungsfelder zeigen sich dabei? Wie können Future Skills in hochschuldidaktischen Konzepten sinnhaft gesetzt werden?
  • Welche Spannungsverhältnisse entstehen zwischen Kompetenzrahmen, curricularer Standardisierung und pädagogischer Autonomie?
  • Wie lassen sich Future Skills mit Querschnittsthemen wie Digitalität, Nachhaltigkeit und Demokratiebildung verbinden?
  • Wie hängen Future Skills mit Professionalisierung, Professionalitätsentwicklung und professioneller Urteilskraft von Lehrkräften zusammen?
  • Welche empirischen Befunde liegen zur Gestaltung, Implementation und Wirkung von Konzepten und Formaten zur Förderung von Future Skills vor – und welche Forschungsdesiderate zeigen sich?
  • Wie können Hochschule, Schule, Kultur, Wissenschaft und Öffentlichkeit gemeinsam Bildungsräume gestalten, in denen professionelle Urteilskraft, Teilhabe und Handlungsfähigkeit unter Bedingungen gesellschaftlicher Transformation gestärkt werden?

Das FutureLab macht in der institutsübergreifenden Zusammenarbeit (mit dem Institut für Fachdidaktik- und Wissenschaft (FDW), mit dem Institut für Bildungswissenschaft (BIWI) und mit dem Institut für Professionsentwicklung und Schulqualität (IPS)) entsprechende Ansätze sichtbar, entwickelt sie weiter und bringt Akteur*innen miteinander in Austausch. In diesem Sinn versteht sich das FutureLab auch als Beitrag zum Capacity Building: Menschen, Organisationen und Netzwerke – insbesondere auf das schulische Handlungsfeld bezogen – werden darin unterstützt, ihre Fähigkeiten zu mobilisieren, anzupassen und weiterzuentwickeln, um auf veränderte Bedingungen zu reagieren und eigene Entwicklungsprozesse nachhaltig zu gestalten (Vereinte Nationen, o. J.).

Aktivitäten und Veranstaltungen